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Handwerk & SHK

Druckprüfprotokoll nach DIN — Vorlage, Werte und Praxistipps

Alles zum Druckprüfprotokoll: Prüfdrücke nach DIN, Verfahren A und B, kostenlose Vorlage und typische Fehler aus der Praxis.

3 min Lesezeit

Kurzantwort

Ein Druckprüfprotokoll dokumentiert die Dichtheitsprüfung und Belastungsprüfung von Rohrleitungen nach DIN EN 806-4 (Trinkwasser) bzw. DIN 18380 (Heizung). Bei Verfahren A (Druckluft) gelten 150 mbar für die Dichtheit und 3 bar (≤DN50) bzw. 1 bar (>DN50) für die Belastung.

Was ist ein Druckprüfprotokoll?

Das Druckprüfprotokoll ist das offizielle Dokument, das belegt, dass eine Rohrleitung nach den geltenden Normen auf Dichtheit und Belastbarkeit geprüft wurde. Ohne dieses Protokoll gibt es keine Abnahme — so einfach ist das.

In der Praxis wird das Protokoll bei jeder Neuinstallation und nach größeren Umbauten erstellt. Es gehört zur Bauakte und ist im Streitfall Ihr wichtigstes Beweisstück.

Verfahren A oder B — was ist der Unterschied?

Verfahren A: Druckprüfung mit Druckluft oder Inertgas

Das in der Praxis am häufigsten verwendete Verfahren. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Wasser in der Leitung nötig, keine Frostgefahr, keine Trocknungszeit.

Prüfdrücke bei Verfahren A:

PrüfungDruckHaltezeitKriterium
Dichtheitsprüfung150 mbar120 minKein messbarer Druckabfall
Belastungsprüfung ≤DN503 bar10 minKein messbarer Druckabfall
Belastungsprüfung >DN501 bar10 minKein messbarer Druckabfall

Verfahren B: Druckprüfung mit Wasser

Wird verwendet, wenn die Leitung ohnehin befüllt werden soll oder wenn der Auftraggeber es fordert. Nachteil: Frostgefahr im Winter, Trocknungszeit bei Nichtbestehen.

Prüfdruck bei Verfahren B: 1,5-facher Betriebsdruck, mindestens 10 bar.

Schritt für Schritt: So erstellen Sie das Protokoll

  1. Anlage vorbereiten — Alle Leitungen verschließen, Prüfmanometer anschließen
  2. Dichtheitsprüfung durchführen — 150 mbar aufbauen, 120 Minuten warten
  3. Ergebnis dokumentieren — Druck am Anfang und Ende notieren
  4. Belastungsprüfung durchführen — 3 bar (bzw. 1 bar bei >DN50), 10 Minuten
  5. Protokoll ausfüllen — Alle Werte, Datum, Prüfer, Ergebnis eintragen
  6. Unterschriften — Prüfer und Auftraggeber unterschreiben

Typische Fehler aus der Praxis

Aus der täglichen Arbeit auf Baustellen sehen wir immer wieder dieselben Fehler:

  • Temperaturausgleich vergessen: Bei Druckluft dehnt sich die Luft bei Temperaturschwankungen aus. Vor der Messung mindestens 30 Minuten Temperaturausgleich einplanen.
  • Undichte Verschlüsse: Die häufigste Ursache für Druckabfall sind nicht die Leitungen, sondern die Blindkappen und Prüfanschlüsse.
  • Protokoll nicht vollständig: Fehlende Angaben (Projektnummer, Gebäudeteil, verwendetes Verfahren) führen zu Nachfragen bei der Abnahme.

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Quellen

  • DIN EN 806-4: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen — Nummer und Titel (Inhalte urheberrechtlich geschützt, Beuth-Verlag)
  • DIN 18380: VOB Teil C — Heizungsanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen
  • ZVSHK Formularmuster Druckprobe
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Die Inhalte dieses Artikels wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Fachberatung. Trotz gewissenhafter Prüfung übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Gesetzesänderungen und aktuelle Rechtsprechung können dazu führen, dass einzelne Angaben nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen.

Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder die zuständige Behörde.

ED

Redaktion Eigentum Digital

Praktizierende Immobilienverwalter und SHK-Unternehmer mit über 20 Jahren Erfahrung. Wir schreiben über das, was wir täglich selbst erleben.